MARIA-WARD GRUNDSCHULE WALDKIRCHEN
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Herzensbildung

Die Gefühle der Kinder verstehen – das Herz bilden

Wertvolle Tipps von Familientherapeutin Monika Veit für Eltern, Lehrer und Erzieherinnen aus dem gesamten Stadtgebiet

Wissensvermittlung wie auch Werterziehung und Herzensbildung sind zentrale Schwerpunkte jeder Erziehung. Ob Elternhaus, Kindergarten oder Schule, private wie öffentliche Institutionen sind dabei gleichermaßen gefragt und gefordert. In einem zweistündigen Vortrag vor und 150 Eltern, Lehrern und Erzieherinnen setzte sich Ehe-, Familien- und Lebensberaterin Monika Veit aus Salzweg explizit mit der Herzensbildung der Kinder auseinander.

Foto: Rektorin Eva Spindler (links) und Konrektorin Heidi Schmidhuber (rechts) dankten der Familientherapeutin Monika

Organisiert wurde der Informationsabend von Heidi Schmidhuber, Konrektorin an der Maria-Ward-Grundschule Waldkirchen, in deren Aula die Veranstaltung auch stattfand. Rektorin Eva Spindler äußerte bei der Begrüßung ihre Freude über den zahlreichen Besuch, zu dem man Interessenten aus dem gesamten Stadtgebiet eingeladen hatte.

Wie die Referentin eingangs betonte, kann sie als dreifache Mutter durchaus aus eigener Erfahrung sprechen, außerdem hat sie langjährige Erfahrung als zertifizierte Therapeutin. So konnte sie bei ihrem Vortrag – in anonymisierter Form selbstverständlich – auch zahlreiche Fallbeispiele anführen und so verschiedene Aussagen mit konkreten Fällen belegen.

Worauf es in der Beziehung von Erwachsenen und Kindern vor allem ankommt, ist es, den „Vorsprung“ der Großen an Wissen, Verständnis, Lebenserfahrung und emotionaler Stärke konsequent einzubringen und die Kinder emotional zu stärken, so die Quintessenz des Vortrages.

Kinder müssen nämlich erst allmählich lernen, möglichst kontrolliert mit ihren Gefühlen umzugehen (siehe Wutausbrüche in der Trotzphase!). Dabei brauchen sie unbedingt die Unterstützung durch die Erwachsenen. „Gefühle spielen im Leben eine große Rolle, und wer im Leben Erfolg haben will, muss klug mit seinen Gefühlen umgehen können und das emotionale Alphabet beherrschen“, zitierte die Referentin den amerikanischen Psychologen Daniel Goleman. Es gehe um die „Wiedervereinigung“ von Herz und Verstand.

Dabei sei das Elternhaus die erste und wichtigste Schule für emotionales Lernen, betonte Monika Veit: „Eltern haben die Aufgabe, die Kinder nicht nur körperlich auf die Welt zu bringen, sondern auch seelisch.“ Gefühle der Kinder sollten von Anfang an ernst genommen werden, und die Kinder brauchen Erwachsene, die emotional verfügbar sind: „Auch wenn sie uns manchmal das Leben schwer machen, sollten wir versuchen, sie zu verstehen.“

Nur Kinder, die gelernt haben, mit ihren Gefühlen gut umzugehen, können auch ihr geistiges Potenzial voll ausschöpfen. Denn Fühlen, Denken und Lernen könne nicht voneinander getrennt werden, so die Referentin. Kinder mit Herzensbildung hätten ein stabileres Selbstwertgefühl und seien besser in der Lage, Krisen zu meistern. Hier habe auch die wichtige Aussage des kleinen Fuchses von Antoine de Saint-Exupéry seinen Platz: „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Bei aller berechtigten auf das Kind einwirkenden Erziehung dürfe man zudem nicht vergessen: „Kinder haben eine eigene Würde und Persönlichkeit, und sie gehören von Anfang an sich selbst.“ Das erfordere auch, die Kinder wieder loszulassen für ihren eigenen Plan.

Extrem wichtig für das Überleben sind angenehme wie auch unangenehme Gefühle: Trauer hilft einen Abschied zu bewältigen, Angst schützt vor Gefahren, Liebe gibt die Zusicherung des Angenommenseins, Wut schützt vor Grenzüberschreitungen, Schmerzen geben Hinweise auf körperliche bzw. seelische Verwundungen.

Wie aber kann das Kind lernen, seine Gefühle noch besser zu verstehen? Wütende Kinder sind mit Worten nicht erreichbar, weil das kognitive Gehirn in diesem Moment „außer Betrieb“ ist. Doch gerade hier soll der Erwachsene seine emotionale „Überlegenheit“ in Form von Gelassenheit ins Spiel bringen. Es gelte, zwischen Gefühlen und Verhalten zu unterscheiden. Das Kind sollte in solchen Situationen aber auch deutlich verstehen: „Alle Gefühle sind erlaubt, nicht jedoch jedes Verhalten.“ (Erzieher sollten nicht dulden, dass jemand geschlagen wird oder Sachen mutwillig zerstört werden.) Kinder müssen lernen, ihre eigenen Gefühle zu akzeptieren und auch die Wirkung dieser Gefühle auf die Mitmenschen zu verstehen. Dazu gehört es auch, über Lösungen nachzudenken, wenn sie Probleme haben.

Auf Erzieherseite ist es wichtig, Interesse für die Gefühlswelt des Kindes zu zeigen und mit ihm immer wieder darüber zu sprechen („Ich will verstehen, was in dir vorgeht, und ich halte deine Gefühle aus“). Ebenso sollte auch die Gefühlswelt der Erwachsenen zur Sprache kommen. Dafür brauche es einfühlsame Eltern und andere Erzieher.              -flo